Haushalte ohne Pestizide
In den Luxemburger Gewässern wird seit Jahren eine regelmässige Präsenz von Pestizidrückständen festgestellt. Dies betrifft sowohl das Grundwasser als auch die Bäche, Flüsse und Seen. Die Wasseranalysen zeigen auch, dass ein Grossteil der Pestizidrückstände nicht aus dem landwirtschaftlichen Einsatzbereich stammt sondern aus dem öffentlichen und privaten Gebrauch. 
Im privaten Einsatzbereich werden die Pestizide vorwiegend zur Bekämpfung von Insekten, Nagetieren, Schnecken, Wildkräutern, Gräsern und Moos gebraucht. Besonders problematisch ist der Einsatz auf befestigten Flächen wie Plätzen, Wege und Terassen. Die chemischen Stoffe können hier nicht ausreichend vom Boden zurückgehalten oder abgebaut werden. Der Regen schwemmt sie über die Kanalisation in die Bäche und Flüsse. Die Kläranlagen sind gegen die Chemikalien ineffizient und können sogar in ihrer Funktion gestört werden. Ins Grundwasser gelangen die Pestizide über die Verbindung der Flüsse mit dem Grundwasserkörper oder durch Versickerung auf unbefestigten Flächen.
Pestizide bergen nicht nur Risiken für die Umwelt. Vermehrt werden auch beim Menschen gesundheitliche Langzeitschäden beobachtet. Pestizide können nur sehr schwer vom Körper abgebaut werden. Sie reichern sich vor allem im Fettgewebe an und können zu Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie zu Schäden des Erbgutes oder des Immun- und Nervensystems führen.
Die Gewässerverträge Attert, Obersauer und Our haben daher zusammen mit dem Naturschutzsyndikat SICONA-Westen, der Stiftung ‚Hëllef fir d’Natur‘, der Wasserwirtschaftsverwaltung, sowie der SuperDrecksKëscht® ein Faltblatt zum Thema „Haushalte ohne Pestizide“ ausgearbeitet. Das Faltblatt wird in den Mitgliedsgemeinden der Gewässerverträge Obersauer und Attert verteilt. Es ist zudem auf Anfrage bei den oben genannten Organisationen erhältlich oder online unter www.sdk.lu , www.attert.com , www.crhs.eu , www.waasser.lu .
Was können Sie tun ?
Am Anfang steht das Umdenken! Bei Flächen, die nicht zur wirtschaftlichen Produktion genutzt werden, bestimmt alleine das menschliche Schönheitsempfinden, ob eine Pflanze oder ein Tier zum Problem wird. Naturnahe Schönheitskonzepte schätzen und tolerieren eine Vielzahl an Wildkräutern und Tieren. Es entstehen attraktive Erscheinungsbilder mit deutlich weniger Schädlingen und Unkräutern.
Sollten einige Tiere und Pflanzen für Sie trotzdem zum Problem werden, dann verzichten Sie nach Möglichkeit auf Pflanzenschutzmittel. Oft sind umweltfreundliche Alternativen möglich. Fördern Sie die Widerstandskraft der Pflanzen, indem Sie günstige Lebensbedingungen schaffen. Dazu gehören der richtige Standort und Boden, Artenvielfalt, geeignete Nachbarpflanzen. Natürliche Methoden wie Unkrautjäten, Absammeln von Schädlingen, Anwendung von Pflanzenbrühen (z.B. von Brennesseln und Ackerschachtelhalm) oder Ansiedeln von natürlichen Fraßfeinden machen den Einsatz von chemischen Mitteln in vielen Fällen überflüssig.
Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden besonders auf befestigten und nicht wirtschaftlich genutzten Flächen. Bitte riskieren Sie nicht, dass die Trinkwasserqualität, die Artenvielfalt in den Gewässern oder sogar ihre Gesundheit aufgrund rein ästhetischer Wertvorstellungen zu Schaden kommen.
Ab Ende 2009 ist das Ausbringen von Totalherbiziden (‚Tue-Herbe‘, Casoron) gesetzlich verboten. Bitte benutzen Sie die mobilen Sammlungen der SuperDrecksKëscht in ihrer Gemeinde oder in ihrem Recyclinghof um Reste von ‚Tue-Herbe‘ und anderen Pestiziden zu entsorgen. Sei noch erwähnt, dass Sie in den acht Mitgliedsgemeinden des Gewässervertrages Attert ein kleines Dankeschön erhalten, wenn Sie Ihre Pestizidreste in die mobile Sammlung der SuperDrecksKëscht® geben.
Weitere Informationen erhalten Sie über die Maison de l’Eau de l‘Attert (www.attert.com) sowie bei der SuperDrecksKëscht®.
