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Ende September stellte die Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung, Carole Dieschbourg, die Strategie „Null Offall Lëtzebuerg“ vor. Diese bietet eine Vision und einen Rahmen für ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Management unserer Ressourcen und unserer Abfallprodukte, basierend auf den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist ein Paradigmenwechsel, bei dem der Wert und die Qualität der verwendeten oder verbrauchten Gegenstände und Materialien im Mittelpunkt der Bewirtschaftung unserer Abfälle und Ressourcen stehen.

Die Strategie „Null Offall Lëtzebuerg“ basiert auch auf der Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren in der Wertschöpfungskette von Produkten und Materialien. Für die Ausarbeitung der Strategie fanden Workshops mit verschiedenen professionellen und wirtschaftlichen Akteuren, aber auch Bürgern und Vertretern der Zivilgesellschaft statt.

Die bestehende Abfallhierarchie der Europäischen Union räumt der Vermeidung und der Weiter- und Wiederverwendung bereits höchste Priorität ein. Die „Null-Offall“-Strategie geht aber einen Schritt weiter. Sie bezieht bereits bei der Konzeption und der Herstellung des Produktes Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft mit ein (Ecodesign).

Vermeidung heisst hier auch leihen, teilen und gemeinsames Nutzen von Produkten (‚Sharing Economy‘). Es heißt die Nutzung langlebiger und reparierbarer Produkte und die Nutzung von Secondhand-Ware zu unterstützen. Und das nicht nur bei Möbeln oder Kleidern. Auch bei Computern etc. gibt es heute aufbereitete und qualitätsgeprüfte Ware (‚refurbished'). Heute schon kann man sich in Luxemburg Systemen der Sharing Economy bedienen, etwa mit Hilfe von Plattformen wie Flécken a Léinen (www.flecken-a-leinen.lu).

Ist ein Produkt zu Abfall geworden kann es repariert und aufbereitet werden oder Einzelteile können als Ersatzteile wiederverwendet werden. Auch hier gibt es in Luxemburg bereits Initiativen, etwa die Repair Cafés in Zusammenarbeit mit Gemeinden oder das Social ReUse Projekt von Ecotrel in Zusammenarbeit mit den Recyclingcentren. Letztere sollen in Zukunft eine noch größere Rolle spielen und zu Ressourcencentren werden.

Erst dann folgt in der Hierarchie der „Null-Offall“-Strategie das Recycling. Auch dies muss im Hinblick auf eine Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt werden, etwa dadurch, dass Verbundmaterialen oder der Gehalt an schädlichen Stoffen reduziert werden. Dies gilt sowohl für Produkte als auch beispielsweise für den Bau, wo der Verzicht auf Verbundmaterialien den späteren Rückbau und die anschließende Wiederverwendung der Materialien erleichtert.

Schlüsselthemen und spezifische Ziele

Die Strategie „Null Offall Lëtzebuerg“ identifiziert konkrete Leitlinien und schlägt konkrete Wege vor, die für ein besseres Management unserer Ressourcen umgesetzt werden müssen. Es werden dabei vier Hauptthemenbereiche identifiziert.

1. Boden, Wälder und Gewässer besser schützen und nutzen

2. Dinge besser nutzen

3. Produkte sinnvoll verpacken

4. Gebäude richtig auf- und rückbauen

Der nationale Abfall- und Ressourcenmanagementplan (PNGDR) von 2018, in dem bereits Strategien und Massnahmen zur wesentlichen Reduzierung der auf nationaler Ebene anfallenden Abfallmengen beschrieben sind und die „Null-Offall“-Strategie sind beides Eckpfeiler für die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft auf nationaler Ebene und sind auch Basis des neuen Gesetzespaketes der Regierung, welches sich zurzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet.

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